Zuletzt aktualisiert am: 24.04.24

Herzrasen in der Nacht

Herzrasen in der Nacht: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Ihr Herz fängt nachts oft an zu rasen, obwohl es im Ruhestand sein sollte? Wenn die Betroffenen dadurch aus dem Schlaf gerissen werden, kann das nicht nur die Schlafqualität massiv beeinflussen, sondern auch sehr beunruhigend und belastend sein. Die Ursachen für dieses Phänomen müssen jedoch nicht gleich besorgniserregend sein, denn ein erhöhter Puls während des Schlafes kann auch auf eine ganz natürliche Art und Weise auftreten. Leiden Sie jedoch häufig an Herzrasen mit Begleiterscheinungen, wie Atemnot, Benommenheit, Schwindelgefühl, Schweißausbrüche, Herzstechen oder Übelkeit, sollten Sie sich umgehend an einen Notarzt wenden.


Damit Sie besser darauf vorbereitet sind und wissen damit umzugehen, wenn Sie nachts wieder ein unangenehmes Herzpochen in Ihrer Brust verspüren, haben wir in diesem Blogbeitrag die Ursachen, Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten untersucht.

Was ist Herzrasen?

Schlägt das Herz ohne körperliche Belastung oder Anstrengung zu schnell, also plötzlich und unbegründet, ist von Herzrasen – auch als Tachykardie bekannt – die Rede. Dieser Zustand kann besorgniserregend sein, doch wo liegt der durchschnittliche Puls in der Ruhephase und ab wann bedeutet ein erhöhter Puls tatsächlich Herzrasen?


Der durchschnittliche Puls variiert von Mensch zu Mensch, da er von verschiedenen Faktoren, wie das Alter oder die körperliche Fitness, abhängig ist. Tendenziell haben erwachsene Personen einen niedrigeren Herzschlag im Ruhezustand als Kleinkinder. Auch ist dies bei sportlich aktiven Personen im Vergleich zu weniger sportlichen Personen zu verzeichnen. Daher dienen folgende Werte lediglich zur Orientierung:

  • Babys: 120 bis 140 Schläge bpm (beats per minute)
  • Kleinkinder: 100 bis 120 bpm
  • Jugendliche: 80 bis 100 bpm
  • Erwachsene: 60 bis 80 bpm

Hinweis: Bei Senioren kann der durchschnittliche Ruhepuls leicht ansteigen.


Es ist völlig normal, dass die Herzfrequenz bei körperlichen Aktivitäten, Aufregung oder Stress ansteigt. Erhöht sie sich jedoch auf etwa 100 Schlägen die Minute – und das in Abwesenheit von körperlicher oder seelischer Belastung – tritt medizinisch betrachtet Herzrasen ein. Erreicht die Herzfrequenz einen Wert von 150 bpm oder gar mehr, wird dies als ausgeprägte Tachykardie bezeichnet.

Ursachen von Herzrasen in der Nacht

Abhängig vom Entstehungsursprung wird zwischen zwei Formen der Tachykardie unterschieden: Der Auslöser für Herzrasen kann sowohl vom Herzen ausgehend, also kardial als auch außerhalb des Herzens liegen und somit nicht-kardialer Natur sein.

Kardiale Ursachen von Tachykardie

Bei der ventrikulären Tachykardie stammt der überdurchschnittlich schnelle Herzschlag, der schlimmstenfalls auch lebensbedrohlich sein kann, aus den Herzkammern. Dies kann durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden, wie unter anderem bei folgenden Vorerkrankungen bzw. Vorschädigungen der Kammermuskulatur:

  • Herzinsuffizienz: Bei der Herzinsuffizienz ¬– auch Herzschwäche genannt – ist das Herz nicht leistungsfähig genug, um den Körper und damit auch die Organe ausreichend mit Blut und lebenswichtigem Sauerstoff zu versorgen.
  • Koronare Herzkrankheit: Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Verkalkung der Herzkranzgefäße, wodurch der Blutfluss und damit die Sauerstoffzufuhr zum Herzmuskel beeinträchtigt wird.
  • Herzmuskel- und Herzklappenentzündung: Meist ist eine Infektion an der Entzündung der Herzinnenhaut oder der Herzklappen beteiligt.
  • Kardiomyopathie: Hierbei handelt es sich um eine veränderte Struktur der Herzmuskulatur, bspw. in Form einer Vergrößerung der Herzkammern. Dies kann mit einer verminderten Leistung und/oder Funktionsstörungen des Herzmuskels einhergehen.

Wenn Ausschläge der Herzfrequenz zu beobachten sind, können aber auch weniger bedenkliche Ursachen, die außerhalb der Herzkammern entstehen, dahinterstecken. Die Rede ist dann von einer supraventrikulären Tachykardie, die ihren Ursprung zum Beispiel im Muskelgewebe der Herzvorhöfe oder beim Sinus- oder AV-Knoten hat.

Nicht-kardiale Ursachen von Tachykardie

Eine Reaktion des Körpers, die sich in der Nacht als Herzrasen zeigt, kann aber auch durch äußere Umstände oder Ursachen, die nicht auf Herzerkrankungen zurückzuführen sind, bedingt sein.

  • unruhige Schlafphasen, bspw. die REM-Phase ("Traum-Phase")
  • die Einnahme von Koffein oder Medikamenten
  • der Konsum von Alkohol oder Drogen
  • psychische Belastungen, bspw. Stress, Angst, Aufregung, Depressionen
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • hormonelle Schwankungen, bspw. in den Wechseljahren, der Schwangerschaft oder Periode

Hinweis: Im Gegensatz dazu ist auch ein unterdurchschnittlich niedriger Puls möglich. Der Puls kann beim Schlafen temporär auf unter 60 bpm fallen, ohne dass ein Grund zur Sorge besteht. Tritt eine langsame Herzfrequenz allerdings häufiger auf, kann es sich um eine Bradykardie handeln, die im Ernstfall den Einsatz eines Herzschrittmachers erfordert.

Puls messen

Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Puls zu messen.


Ganz ohne Messgerät: Legen Sie zwei Finger auf Ihre Halsschlagader und zählen Sie Ihren Puls für 15 Sekunden mit. Anschließend multiplizieren Sie den Wert mit vier, um die Pulsschläge pro Minute zu erhalten.


Diese Option ergibt sich während des Schlafes natürlich nicht. Hierfür gibt es jedoch Pulsmessgeräte, die in unterschiedlichen Ausführungen, wie Brustgurte, Smartwachtes, Fitnessuhren oder Schlaftrackern, vorzufinden sind.

Ist Herzrasen nachts gefährlich?

Wie wir sehen, kann es eine beängstigende Erfahrung sein, wenn das Herz aus heiterem Himmel anfängt, wie wild zu schlagen, es ist aber nicht zwangsläufig gefährlich. Gutartiges Herzrasen – umgangssprachlich auch Herzjagen genannt – tritt meistens genauso unerwartet und plötzlich auf, wie es auch wieder von selbst verschwindet. Dem zugrunde kann zum Beispiel auch das auf einmal auftretende Herzjagen im Ruhezustand oder vor dem Einschlafen liegen, das losgelöst von Gemütszuständen wie Angst, Aufregung oder Vorfreude zutage tritt. Ein gesundes Herz verkraftet diese Form von Herzrasen in der Regel gut.
Dennoch ist es wichtig, die möglichen Ursachen ärztlich abzuklären und zu identifizieren, um eine Diagnose zu erhalten und entsprechende Maßnahmen rechtzeitig einzuleiten, wenn eine Herzerkrankung vorliegt, die eine medizinische Behandlung erfordert.


Wichtig: Nächtliches Herzrasen sollte nie ignoriert werden. Insbesondere dann nicht, wenn es häufiger auftritt und mit Symptomen wie Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Ohnmachtsgefühl oder ähnlichem einhergeht. Personen mit bekannten Herzkrankheiten oder Risikofaktoren für Herzerkrankungen sollten dies ebenfalls ernstnehmen und unverzüglich einen Arzt konsultieren.

Was tun gegen Herzrasen in der Nacht?

Wenn es sich nicht um einen Extremfall handelt, der medizinische Maßnahmen oder Medikamente wie Betablocker erfordert, können auch pflanzliche Präparate wie Zimt, Baldrian und Weißdorn dabei helfen, den Puls zu senken. Darüber hinaus können bei leichteren Fällen auch folgende Methoden gute Dienste leisten:


Behandlungsmöglichkeiten für Herzrasen in der Nacht

  • Stressmanagementtechniken: Entlasten Sie Ihre Psyche, indem Sie es im Alltag langsam angehen lassen und Stress minimieren. Für eine schnelle Linderung des Herzrasens können Entspannungsmethoden durch Meditation und Yoga helfen, damit innerer Ruhe einkehrt und Angst entgegengewirkt wird.
  • Tiefes Ein- und Ausatmen: Herzrasen wird oft durch Angst oder Stresssituationen ausgelöst. In solchen Momenten hilft es, sich hinzusetzen, innezuhalten und bewusst tief ein- und auszuatmen. Auch sind bestimmte Atemübungen, bspw. das Valsalva-Manöver – beim Fliegen und Tauchen bekannt zum Druckausgleich ¬– förderlich. Hierbei wird tief eingeatmet und anschließend bei geschlossenen Atemwegen, Nase und Mund sollten also zugehalten werden, wieder ausgeatmet. Dies führt zum Druckausgleich, der wiederum das Nervensystem anregt und den Herzschlag normalisieren kann. Noch wirksamer soll diese Methode sein, wenn Sie sich anschließend hinlegen und die Beine um etwa 45 Grad anheben.
  • Kohlensäurehaltiges Getränk: Kohlensäure hilft dabei aufzustoßen, was wiederum das Herzrasen beenden kann.
  • Druck-/Halsmassage: Bei richtiger Anwendung kann eine Massage der Halsschlagader die Herzschlagfrequenz normalisieren. Denn dort, wo am Hals der Puls spürbar ist, befindet sich der Karotissinusnerv, der den Druck in den Halsschlagadern misst und den Blutdruck steuert. Erfühlen Sie diese Stelle mit dem Mittel- und Zeigefinger und massieren Sie sie leicht. Dadurch kann der Herzschlag verlangsamt werden. Allerdings kann dadurch auch der Blutdruck sinken, weshalb Sie die Methode nur im Sitzen oder Liegen anwenden sollten.

Vorsicht: Bevor Sie selbst eine Halsmassage durchführen, ist es wichtig, die korrekte Technik mit einem Arzt oder einer Ärztin zu besprechen und zu erlernen. Außerdem sollte ärztlich festgestellt werden, ob sich Ablagerungen in der Halsschlagader befinden, da diese durch die Massage gelöst werden und im schlimmsten Fall einen Schlaganfall verursachen könnten.

  • Beseitigung von Schlafproblemen: Sind Ihnen Gesundheitsprobleme, wie Schlafapnoe oder Arrhythmien, bekannt, sollten diese behandelt werden.
  • Optimierung der Schlafumgebung: Eine angenehme Schlafumgebung kann zur erholsamen Nachtruhe und Entspannung beitragen. Dazu gehören eine auf sie abgestimmte Matratze, ein dazu passender Lattenrahmen, sowie Bettwaren und ein angenehmes Schlafklima. Sie möchten sich in Anbetracht dessen nach einer neuen Matratze umsehen? Dann schauen Sie gerne in unserem Onlineshop vorbei.

Lebensstiländerungen zur Vorbeugung von Herzrasen in der Nacht

  • Regelmäßige körperliche Aktivität: Wer langfristige Effekte erzielen möchte, sollte auf Sport, vor allem Ausdauersport wie Radfahren, Nordic Walking oder Schwimmen, setzen – am besten an der frischen Luft, denn die kann ebenfalls zum besseren Schlaf verhelfen.
  • Ausgewogene Ernährung: Eine gesunde Ernährung kann indirekt das Risiko von Herzrasen verringern, da hierdurch die allgemeine Herzgesundheit verbessert wird. Zudem ist es hilfreich schwere Mahlzeiten vor dem Schlafengehen zu vermeiden.
  • Regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus: Nächtlichem Herzrasen kann entgegengewirkt werden, indem konstante Schlafens- und Aufwachzeiten eingehalten werden – bestenfalls auch an Wochenenden und Feiertagen. Dadurch entwickelt der Körper eine Routine, die wiederum dazu beiträgt, die Herzfrequenz zu regulieren.
  • Geringer Alkohol- und Koffeinkonsum: Wer oft an Herzrasen leidet, sollte auf Substanzen verzichten, die den Herzschlag und Blutdruck in die Höhe steigen lässt. Dazu zählen unter anderem koffeinhaltige Getränke wie Energy-Drinks und Kaffee, aber auch Alkohol und Nikotin.

Schlussfolgerung: Was bedeutet Herzrasen vor und während dem Schlafen?

Herzrasen in der Nacht kann eine Vielzahl von körperlichen und physischen Ursachen haben und dementsprechend auch verschiedene Behandlungsmöglichkeiten erfordern. Auch wenn dies nicht zwangsläufig auf ein ernstzunehmendes medizinisches Problem hindeutet, ist es wichtig, die zugrunde liegenden Auslöser zu identifizieren und einen Arzt aufzusuchen, um eine Diagnose und gegebenenfalls eine angemessene Behandlung zu erhalten. Durch Änderungen des Lebensstils und gezielte Therapien können viele Menschen mit nächtlichem Herzrasen eine Verbesserung ihres Zustands erreichen und einen erholsamen Schlaf zurückgewinnen.


Wichtig: Bei häufigem Auftreten von Herzrasen sollte in jedem Fall umgehend ein Arzt konsultiert werden, um ernstere Erkrankungen und Ursachen auszuschließen. Auch sind Begleitsymptome wie Schwindel- und Engegefühl, Atembeschwerden oder Brustschmerzen alarmierende Anzeichen, die auf einen drohenden Herzinfarkt deuten können und sofortige ärztliche Hilfe verlangen. Wählen Sie im Zweifelsfall den Notruf 112.

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