09.11.22

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Schlaflosigkeit: Definition, Ursachen und Hilfen

Zugegeben: Manche Menschen scheinen die Grenzen des menschlich Möglichen um ein halbes Jahrhundert zu verlegen. Die Betonung liegt jedoch auf „scheinen“. Häufen sich schlaflose Nächte nämlich, endet das (darin ist sich die Wissenschaft einig) nicht mit einem schier unfassbaren Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde, sondern im Bestfall mit Schwierigkeiten, den Alltag zu bewältigen – und früher oder später dann doch im Reich der Träume. Ab wann spricht man also von Schlaflosigkeit? Und vor allem: Was kann man dagegen tun? Mehr zum Thema erfahren Sie in diesem Beitrag.

Insomnie: ein irreführender Begriff

Bei der fachsprachlich auch als Insomnie bezeichneten Schlaflosigkeit handelt es sich eigentlich um regelmäßige Ein- und/oder Durchschlafstörungen bzw. eine fortwährend schlechte Qualität des Schlafs. Die Gründe dafür sind verschieden, führen aber in der Regel zu einer Einschränkung der kognitiven Fähigkeiten, einer Schwächung des Immunsystems und einer Erhöhung des Risikos von Erkrankungen. Fest steht: Auch Menschen, die an Insomnie leiden, müssen irgendwann mindestens in Form von Sekundenschlafattacken aufs persönliche Schlafkonto einzahlen.

Dauerhafte Schlaflosigkeit: ein Fall für die Medizin

Von einer chronischen Insomnie sprechen Ärztinnen und Ärzte, wenn Schlafstörungen an mindestens drei Tagen in der Woche über eine Dauer von mindestens einem Monat auftreten. Unterschieden wird weiterhin zwischen einer Kurzzeitinsomnie von weniger als drei Monaten und einer Langzeitinsomnie ab einer Dauer von drei Monaten. Leider existieren auch sehr seltene, aber tödliche Formen der Schlaflosigkeit wie die letale familiäre Insomnie. Im Zweifelsfall oder bei fortwährenden schlafbezogenen Problemen sollten Sie also unbedingt ärztlichen Rat einholen.

Guter Schlaf ist nicht ersetzbar

Ganze 266 Stunden blieb ein Mensch im Jahr 2007 im Rahmen eines Experiments wach – und stellte damit den zumindest offiziellen Weltrekord auf. Den bahnbrechenden Moment feierte der Brite nach deutlichen Stimmungsschwankungen, Episoden der Paranoia und sogar leichten Halluzinationen allerdings nicht unter dem Jubel des Tag für Tag gewachsenen Publikums, sondern bei einem wohlverdienten Nickerchen.

Auf ewig wach?

Anders sieht das im Falle eines türkischen Rentners aus, der seinen eigenen Aussagen zufolge aufgrund eines traumatischen Erlebnisses seit Jahrzehnten nicht einschlafen kann. Dem widerspricht jedoch seine Ehefrau, die ihn angeblich mehrmals am Tag nicht „tief in Gedanken“, sondern beim Einnicken erwischt. Diese Ruhepausen, so Experten, seien fundamental, selbst wenn sie wie hier mit offenen Augen stattfinden, und in der Funktion vergleichbar mit polyphasischen Schlafmustern bzw. der Verteilung des täglichen Schlafbedarfs auf mehrere Zeiträume.

Ursachen für Schlaflosigkeit

Neben einer unzureichenden Schlafhygiene und einer schlechten Ernährung sind körperliche und seelische Erkrankungen sowie die damit verbundene Einnahme von Medikamenten häufige Ursachen für Schlaflosigkeit. Doch auch die Verarbeitung trauriger Erlebnisse (Trennung, Tod usw.) und schwierige persönliche Lebensumstände wie eine Zeit der Arbeitslosigkeit können die Nachtruhe auf Dauer stören. Eine häufig auftretende Form ist auch die Schlaflosigkeit während der Schwangerschaft, die in vielen Fällen auf die Bildung des Stillhormons Prolaktin zurückzuführen ist.

Schlaflosigkeit: was tun?

Grundsätzlich gilt: Chronische Schlaflosigkeit ist ein Fall für medizinisches Fachpersonal. In unseren sieben Tipps gegen Schlafstörungen finden Sie allerdings weitere Wege, um Ernährung, Schlafklima und Co. zusätzlich zu optimieren und die besten Voraussetzungen für eine erholsame Nacht zu schaffen. Die beginnt übrigens am entspanntesten mit einem beruhigenden Einschlafritual, bei dem Sie und gegebenenfalls Ihre ganze Familie vor der Bettzeit wunderbar zur Ruhe kommen können.

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